Was so alles in der Zeitung steht – und was nicht

Ende März bekam ich endlich die Nachricht von abgeordnetenwatch.de, dass das Portal in Kürze für den Unnaer Stadtrat in Betrieb gehen wird. Wie an dieser Stelle schon mehrfach berichtet wurde, haben sich die Mitglieder der Piratenpartei in Unna seit Anfang 2012 darum bemüht dieses Ziel zu erreichen. Also nahm ich diese Mitteilung zum Anlass, über den baldigen Start des Dienstes in Unna zu berichten.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, sofort am Dienstag nach Ostern erhielt ich einen Anruf aus der Redaktion des Hellweger Anzeigers. Die Lokalredakteurin (Name dem Autor bekannt) zeigte sich sehr wissbegierig, was das Thema Abgeordnetenwatch im Allgemeinen und auch die Hintergründe der Aktion für Unna im Speziellen anging. Bereitwillig habe ich ihr das alles erklärt und sogar einen Kontakt zu dem Sachbearbeiter bei Abgeordnetenwatch vermittelt, der für den Vorgang zuständig ist.

Das Ergebnis konnte man dann am Donnerstag den 4. April im Hellweger Anzeiger nachlesen. Den, sattsam bekannten und reichlich unreflektierten, Äußerungen von Unnaer Fraktionsvorsitzenden hatte man viel Raum eingeräumt, auch ein paar Erläuterungen, was abgeordnetenwatch.de denn eigentlich ist fehlten nicht. Aber zu meinem großen Erstaunen ist das Alles aus der Luft gefallen und wie eine Naturkatastrophe, die niemand haben wollte, über die Stadt hereingebrochen. Immerhin kann sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Hoffmann das Portal als ergänzendes Angebot vorstellen. Naja, als was denn auch sonst? Fasst man die Rückmeldungen der Ratsmitglieder einmal zusammen, so kommt man zu dem Ergebnis, dass nicht ein einziger von Ihnen wirklich versteht (oder verstehen will), worum es bei Abgeordnetenwatch wirklich geht. Nämlich um Transparenz und Verbindlichkeit. Anders als im persönlichen Gespräch kann nämlich jeder die Fragen und die Antworten lesen, und das auch noch nach Jahren. Möglicherweise sorgt das ja auch für ein gewisses Unbehagen bei den Betroffenen.

Aber die Frage, warum Abgeordnetenwatch eigentlich auf die Idee verfallen ist, ausgerechnet das Städtchen Unna als 54. Gemeinde (von deutschlandweit insgesamt fast 12.000) in sein Portal aufzunehmen, obwohl das doch ganz offensichtlich niemand wirklich haben will, bleibt unbeantwortet. Und das, obwohl man sich doch ganz freimütig der Informationen und Blog-Beiträge der Piratenpartei als Ideengeber bedient hat.

Auf meine telefonische Nachfrage in der Redaktion wurde mir dann Anfang dieser Woche mitgeteilt, dass man sich darauf geeinigt habe nur die im Stadtrat vertretenen Parteien zu Wort kommen zu lassen. Das ist dann natürlich etwas ganz Anderes, vor allem aber alles andere als objektive Berichterstattung. Aber als einzige verbliebene Lokalredaktion in Unna kann man sich das offenbar erlauben. Ich weiss, das klingt jetzt wie „Uäh, man hat uns nicht erwähnt“, aber die Herkunft seiner Informationen bzw. den Auslöser eines Artikels, sollte man doch fairerweise wenigstens nennen.


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