Schulkonzept am Ende?

Die Sitzung des Schulausschusses am 15. Oktober war, vorsichtig ausgedrückt, eine Farce. Nachdem die Vertreter der GAL-Fraktion, aus Protest gegenüber der Stadtverwaltung, gar nicht erst erschienen waren, beantragte dann Herr Laaser von der SPD den Punkt zur Grundschulentwicklung (s. Beschlussvorlage 0776/13E1) von der Tagesordnung zu nehmen, da in der SPD-Fraktion noch Beratungsbedarf bestehe.

So wurde also das Vorgehen der Verwaltung, dem am 25.06.2013 beschlossenen Prüfungsauftrag nicht nachzukommen, nicht weiter hinterfragt. Anstatt beleidigt zuhause zu bleiben, oder die Beratung zu verhindern, wäre es sicher sinnvoller gewesen, die Verwaltung, im Schulausschuss vertreten durch Herrn Kornatz, in ihre Schranken zu weisen und auf bestehende Beschlüsse hinzuweisen. So war in dem ursprünglichen Prüfungsauftrag der Verwaltung, in Bezug auf die bestehenden Schulstandorte, von der „Entwicklung bedarfsgerechter Raumkonzepte“ die „schul- und standortspezifisch erarbeitet werden müssen“ die Rede. In der aktuellen Beschlussvorlage heißt es nur noch lapidar: „… eine Anpassung an pädagogisch funktionale, technisch und energetisch optimierte Gebäudestandards, die im Rahmen eines Neubaus möglich wäre, ist im Bestand der Altstandorte inhaltlich nicht erreichbar und wirtschaftlich nicht vertretbar.“ Nach einer sorgfältigen Prüfung, wie sie ja vom Schulausschuss gefordert worden war, sieht das nicht aus. Offenbar will sich Herr Kornatz hier von einem lästigen Prüfauftrag befreien, der ja von vorneherein nicht zum gewünschten Ergebnis, nämlich dem Schulneubau, führen kann.

Der Versuch von Herrn Volkmer, genau dies zu hinterfragen wurde aber, mit dem Verweis auf die soeben geänderte Tagesordnung, abgewiesen. Sogar in der anschliessenden Einwohnerfragestunde wurden Fragen, der in großer Zahl anwesenden Bürger, in dieser Richtung von der Ausschussvorsitzenden, Frau Borowski, brüsk abgelehnt. Eine sehr ungewöhnliche Reaktion, sind doch Einwohnerfragen nicht an die Tagesordnung der Sitzungen gebunden.

Hinsichtlich der Anne-Frank-Realschule machte Herr Kornatz deutlich, dass der Standort Königsborn, aus seiner Sicht, überhaupt nicht mehr zur Diskussion steht. Obwohl also der Prüfungsauftrag des Rates hier auch noch die alternative Unterbringung der Realschule im Schulzentrum Nord vorsieht, ist diese Lösung für Herrn Kornatz offenbar schon Geschichte. Das bedeutet auch, dass der Realschulstandort Unna Königsborn in der Elternbefragung, die nun zur Bedarfsermittlung stattfinden soll, wohl gar nicht mehr auftauchen wird.

Im März hatte uns Bürgermeister Kolter noch einen transparenten ergebnisoffenen Schulentwicklungsprozess versprochen. Davon ist man im Moment aber noch meilenweit entfernt. Eher sieht es danach aus, als würde selbst der Stadtrat von der Verwaltung an der Nase herumgeführt.


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