Experte sieht erheblichen Investitionsbedarf im Kulturzentrum

Neue Nahrung bekommt die Diskussion um das Kultur- und Kommunikationszentrum Lindenbrauerei e.V nun auch von Seiten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Claus Altendorf, seit 33 Jahren Geschäftsführer des Bezirksverbandes Westfalen der Dehoga, hat die wirtschaftliche Situation des Kulturzentrums genauer untersucht und kommt zu dem Schluss, dass trotz ordentlicher betriebswirtschaftlicher Ergebnisse, die Gesamtsituation problematisch ist. Die Gründe dafür sieht er unter anderem in den Personalkosten, die für ein sozio-kulturelles Zentrum naturgemäß höher sind als in einem reinen Gastronomiebetrieb.

Darüberhinaus hält er aber den Ansatz, eine den sozialen, kulturellen oder der Freizeit dienenden Einrichtung durch einen gastronomischen Betrieb finanziell zu unterstützen für „absolut lebensfremd“, da viele gastronomische Betriebe Verluste machen, oder aber nur geringe Bruttogewinne erwirtschaften. Erschwerend kommt, nach Ansicht Altmeiers, im Falle des Schalander hinzu, dass die „Räume, von ihrer Ausstattung und Lage ungeeignet für einen gastronomischen Betrieb sind“, was sich dann auch in den Umsätzen bezogen auf die Verkaufsfläche zeigt.

Für die Politik in Unna bedeutet das vor allem: Soll der derzeitige Ansatz der finanziellen Unterstützung des Kulturzentrums aus den vermeintlichen Gewinnen des Gastronomiebetriebes Schalander aufrecht erhalten werden, sind nicht unerhebliche Investitionen in die räumliche Infrastruktur erforderlich. Ansonsten muß ein anderes Finanzierungsmodell gefunden werden, wenn die Kreisstadt Unna ihren Einwohnern auch langfristig niederschwellige sozio-kulturelle Angebote bereitstellen will. Auf dem gegenwärtigen Niveau jedenfalls wird das Kulturzentrum nicht auf Dauer erfolgreich betrieben werden können.

Hier findet Ihr den Originaltext.


Kommentare

3 Kommentare zu Experte sieht erheblichen Investitionsbedarf im Kulturzentrum

  1. Anonym schrieb am

    Würde heissen,
    die Luft für die Eishalle wird noch dünner?
    Kulturzentrum vs Eishalle?

    Kultur gibt es in Dortmund genügend.

  2. Heike schrieb am

    Lieber Anonymer,
    die Frage Kulturzentrum vs Eishalle greift hier einfach zu kurz. Für die Lindenbrauerei liegt ein Konsolidierungskonzept vor, das eine verstärkte Ausrichtung in den Gastromiebereich vorsieht. Die o.g. Expertenmeinung legt nahe dass dieses Konzept nicht zielführend ist. Über die grundsätzliche Ausrichtung der Lindenbrauerei muss dringend diskutiert werden. Hier existieren bisher wenig Planungen und Zielsetzungen. D.h. nicht unbedingt, dass die Zuschüsse immens steigen müssen.
    Das Problem der Eishalle ist anders gelagert. Bis 2020 existiert ein Pachtvertrag, der von der Stadt auch eingehalten wird. Die Fördermittel der Stadt stehen hier bis 2020 nicht in Frage und sind auch im Haushalt eingestellt. Diskussionen gibt es um die Höhe der notwendigen Investitionen. Familie Kuchnia gibt an, dass die Zahlen der Stadt nicht korrekt sind. Das muss zunächst mal überprüft werden, um zu belastbaren Zahlen zu kommen. Dann erst können mögliche Szenarien über die Zukunft der Eishalle erarbeitet werden.

  3. Pingback: Politik muss klare Entscheidungen für die Zukunft der Kultur in Unna treffen | Piratenpartei Unna

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