Politik muss klare Entscheidungen für die Zukunft der Kultur in Unna treffen

Der Arbeitskreis Kommunalpolitik der Piraten Unna hat sich ausführlich mit dem seit Monaten vorliegenden Konsolidierungskonzept des Kultur- und Kommunikationszentrums Lindenbrauerei auseinandergesetzt und kommt zu dem Schluss, dass dieses Konzept keine Lösung für die Finanzprobleme der Lindenbrauerei darstellt.

Es zeigt keinerlei Zielsetzungen und kein Risikomanagement auf und verschiebt den Schwerpunkt der kulturellen Arbeit weiter in den gastronomischen Bereich. Dass die Gastronomie die soziokulturelle Arbeit nicht erwirtschaften kann, ist bereits von Experten erläutert worden, vielmehr bindet sie Personal, welches für die kulturelle Arbeit dann ausfällt. Der notwendig höhere Zuschuss hätte eigentlich in den Haushaltsplanungen bereits berücksichtigt werden müssen, stattdessen wurden hier im Zuge der Haushaltssicherung die Zuschüsse eingefroren. Mit frisch verabschiedetem Haushalt steht die Politik jetzt vor der Herausforderung, 70.000 Euro freizumachen. Die dringend notwendige Diskussion wird aber nicht geführt, sondern weiter in den Januar 2015 geschoben und das ohne Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Arbeitskreis Kultur soll nicht-öffentlich tagen und das, obwohl die gut gefüllten Besucherränge bei der letzten Sitzung des Kulturausschusses das große Interesse der Öffentlichkeit zeigen.Ich habe bereits schriftlich bei der Ausschussvorsitzenden Frau Kroll und beim Bürgermeister um Herstellung der Öffentlichkeit nachgesucht.

Dass ich ein großer Unterstützer der Soziokultur in unserer Stadt bin, ist ja kein Geheimnis. Ich habe mich bereits vor der Wahl in den Podiumsdiskussionen klar für die Unterstützung der Lindenbrauerei ausgesprochen. Aber eine niederschwellige, bunte Kultur für die Menschen dieser Stadt, die auch Neues wagt und vom Ehrenamt lebt, kostet nun mal Geld. Die Gastronomie ist ein Zubrot, kann aber kein Kulturzentrum tragen. Dass das Personal der Lindenbrauerei jetzt rumfahren und einen Plakatierungsservice aufbauen soll, ist für mich ein Witz.

Die politisch verantwortlichen Menschen im Rat müssen nun endlich einmal entscheiden, was für eine Kultur sie haben wollen und wo das Geld dafür herkommen soll. Klar ist, dass es im aktuellen Haushalt keine eingeplanten, freien Mittel gibt. Es kann doch nicht angehen, dass Initiativen wie Lindenbrauerei, Narrenschiff und Museum jedes Jahr aufs Neue zum Bittsteller werden, wenn auf der anderen Seite über Jahre hinweg jedes Jahr über eine halbe Million Euro als Verlustausgleich für die Stadthallen GmbH gezahlt werden, und das ohne jegliche Diskussion. Dabei handelt es sich hier um ein Wirtschaftsunternehmen, was eigentlich wirtschaftlich arbeiten sollte.Es sollte  dabei auch die kritische Frage aufgeworfen werden, ob sich Unna langfristig eine Stadthalle überhaupt leisten kann und will. Fast jede Stadt in der näheren Umgebung hat eine Stadthalle, ein Kulturzentrum wie die Linde ist aber ein Alleinstellungsmerkmal.

Aber auch der Trägerverein der Lindenbrauerei muss sich bewegen. Dass die Jugenddisco keine Einnahmen mehr bringt, ist nun hinlänglich bekannt. Da müssen  neue Konzepte her und zwar mit Beteiligung der Menschen dieser Stadt. Es gibt inzwischen gute Modelle der Bürgerbeteiligung, z.B. die sog. „Zukunftswerkstatt“. Hier finden sich interessierte Einwohner, Kulturschaffende, Trägerverein und Politik unter Leitung eines externen Moderators zu einem ein- oder mehrtägigen Workshop zusammen, um Konzepte zu entwickeln. Wenn dann noch eine kurz-, mittel- und langfristige Zielsetzung mit entsprechender Zielevaluation und einem Risikomangement hinzukommt, kann die Linde sich von einem „Fass ohne Boden“ zu einem echten Zukunftsmodell entwickeln.


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